Baumwollpflanze und Baumwollfasern

Die Baumwollpflanze gehört zu den Malvengewächsen. Von den über 290 Arten der Baumwolle werden lediglich drei Pflanzenarten für die industrielle Baumwoll-gewinnung genutzt.

Die Gossypium barbadense ist eine bedeutende langstapelige Sorte der Baumwolle. Sie ist auch als Mako-Baumwolle, Sea-Island-Baumwolle oder Pima-Baumwolle bekannt. Diese Baumwollsorte macht nur ca. 3 –  4 % des Weltanteils aus, da ihr Anbau äußerst anspruchsvoll ist und nur unter höchstem Arbeitsaufwand bewerkstelligt werden kann. Sie wird vorwiegend in Ägypten, dem Sudan, Indien und den USA angebaut. Garn der Gossypium barbadense zählt zu den teuersten Garnen der Welt, da es besonders fein und lang ist.

Die Gossypium hirsutum ist die wesentlichste Sorte der mittelstapeligen Baumwolle. Die auch als Upland-Baumwolle bezeichnete Sorte ist Baumwolllieferant für den größten Teil unserer Kleidung. Sie macht in etwa 90 % des Weltaufkommens aus und wird weltweit  angebaut (u.a. in den USA, der Türkei und Brasilien).

Die Gossypium herbaceum ist eine kurzstapelige Sorte. Der Garn, der aus der Gossypium herbaceum gesponnen wird, ist relativ grob und macht nur rund 2 % des weltweiten Anteils aus. Sie wird vorwiegend in Pakistan, China und Indien angebaut.

 

Nach der Blütezeit entwickelt sich eine ovale Fruchtkapsel, die aufspringt und platzt, sobald sie reif ist. Die reifen und geöffneten Baumwollkapseln besitzen bauschige, kugelförmige Samen. Darin enthalten sind die charakteristischen, wollweißen Samenhaare, deren Fasern bzw. Stapel für die Baumwollgewinnung und -verarbeitung extrahiert werden.

Die Länge der Fasern unterscheidet sich bei der Ernte. Die Baumwolle enthält sowohl lange Fasern bzw. Stapel als auch Kurze. Die langen Fasern der Bauwolle werden als Lint bezeichnet, die Kurzen als Linters. Linters, die kurzen Filzhaare der Pflanze, haben eine Länge von unter 10 mm. Ihre Weiterverarbeitung wird bei der Textilproduktion meistens kaum berücksichtigt, da sie zu kurz sind, um einzeln gesponnen werden zu können. Nichtsdestotrotz werden sie als Basismaterial bei der Chemiefaserherstellung und Watteherstellung genutzt. Die langen Fasern bzw. Lints sind der wichtigste Bestandteil der Baumwollgewinnung. Sie können eine Länge zwischen 12 mm und 50 mm erreichen. Je länger eine Faser, desto höher ist die Qualität des späteren Garns, das aus ihm gesponnen wird. Deshalb ist die Faser- bzw. Stapellänge das wesentlichste Qualitätsmerkmal der Baumwolle. Weitere Qualitätsmerkmale sind Gleichmäßigkeit, Feinheit, Farbe, Reinheit, Griff, Festigkeit und Elastizität der Naturfasern. Diese Merkmale entscheiden später u.a. über die Flusenbildung, Weichheit oder Saugfähigkeit eines Stoffes.

 

Baumwolle wird je nach Länge der Fasern klassifiziert. Die langstapelige Baumwolle besitzt Fasern, die eine Länge von mindestens 29 mm aufweisen müssen. Beispiele hierfür ist die Ägyptische Baumwolle (Sea-Island-, Mako- oder Pima-Baumwolle). Die Fasern der Ägyptischen Baumwolle sind länger, als die jeder anderen Baumwolle. Sie zählt deshalb zu den qualitativ besten Wollen der Welt. Die langstapelige Baumwolle hat eine gute Spinneigenschaft. Der Garn, der aus ihr gesponnen wird ist, besonders reißfest und widerstandsfähig, zudem lässt er sich leicht färben. Die langstapelige Baumwolle hat eine charakteristischen, cremefarbenen Ton, ist besonders fein und hat einen seidigen Glanz. Nur 7 - 8 % des Baumwollaufkommens fallen unter die langstapelige Baumwolle und nur 2 - 3 % unter extremlangstapelige Baumwolle, die genauso wie die langstapelige Baumwolle u.a. in Ägypten angebaut wird.

Mittelstapelige Baumwolle hat eine Stapellänge von 25 mm bis 29 mm. 80 % der mittelstapeligen Baumwolle wird in den USA angebaut. Die Wolle ist weiß bis gelblich-weiß. Sie macht rund 90 % des weltweiten Baumwollaufkommens aus.

Kurzstapelige Baumwolle hat eine Stapellänge von unter 25 mm. Ein Beispiel hierfür ist die Indische Baumwolle. Die Wolle ist gelblich-weiß bis bräunlich, ungleichmäßig und hart. Die Qualität kurzstapeliger Baumwolle ist deshalb gering. Ihr weltweiter Anteil beläuft sich nur auf rund 2 %.

 
 
 

Kommentar schreiben

 

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.